Unter mangelndem Selbstvertrauen litt dieser Spieler nie, und als es mal nicht so lief wie erhofft, hieß es "Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu!". "Ich bin giftiger als die giftigste Schlange", besonders dieser Ausspruch machte Jürgen "Kobra" Wegmann unvergessen, aber es gibt besonders zwei Szenen, die ihn eigentlich in die "Unsterblichkeit" befördern sollten, eine Tatsache, die er bestimmt im seinem Inneren selber für sich beansprucht, und das wohl auch nicht ganz zu Unrecht, besonders aus der Sicht der BvB-Anhänger? Am 31. März1964 geboren in Essen-Borbeck, ab der C-Jugend bei Rot Weiss Essen aktiv, debütierte er 1981 in der 2. Liga für seinen Verein. Frank Mill war gerade Richtung Mönchengladbach gewechselt, Hort Hrubesch und "Manni" Burgsmüller waren schon lange nicht mehr da, das schienen also die idealen Fusstapfen für große Sprünge und viele Tore zu sein! Sein erstes Profitor machte der erst 17jährige bereits nach nur 3. Minuten gegen Fortuna Köln, einen Verein, von dem hier noch einmal die Rede sein wird. Am Ende der Saion 81/82 standen 10 Einsätze mit 4 Toren zu Buche, danach rappelte es aber schon 16mal in der Kiste. 83/84 waren es im Winter bei 19 Einsätzen bereits derer 12, worauf ein Wechsel in die Bundesliga zu Borussia Dortmund erfolgte (17/6). 20/5 1984/85 und 33/14, 85/86 lassen zwar niemand vor Erfurcht erstarren, aber am Ende der Spielzeit erfolgte der erste "Moment für die Ewigkeit". Dortmund war schlecht, Dortmund musste in die Relegation, und verlor das erste dieser Spiele mit 2:0, im Rückspiel in Dortmund stand es kurz vor Schluss 2:1 für die Gastgeber, wobei die Kölner 1:0 in Führung gegangen waren. Dann kam die Minute von Jürgen, der in der allerletzten Minute mit seinem Treffer ein Entscheidungsspiel möglich machte, das der BVB in Düsseldorf dann mit 8:0 (1 Wegmanntor durch Elfmeter!) gewann. Wo die Gelbschwarzen ohne Jürgen gelandet wäre, ist klar, aber wo sie heutzutage stehen würden, ohne diesen Treffer, das weiss niemand. Jürgen landete nach der Saison in Gelsenkirchen, ein Wechsel, der schon vor den Relegationsspielen feststand, was beweist, das er wohl nicht im Unfrieden aus Dortmund gegangen ist. 28 Spiele und Tore später, er war der beste (!!??) Torschütze der Schalker, erfolgte der Wechsel zum Meister Bayern München. Gleich in einem ersten Pflichtspieleinsatz folgte der zweite "Vorfall", der ihn unvergessen machte. Nach seinem Tor im Supercupfinale 1987 bekam er im Sitzen die Faust von HSV-Torwart Uli Stein im Gesicht zu spüren, was dessen Karriere bei den Hamburgern beendete, aber Eintracht Frankfurtüber Jahre zu eien überragenden Torhüter verhalf. Zweimal 13 Tore und eine Meisterschaft sind dort keine schlechte Ausbeute, auch Sturmpartner Roland Wohlfahrt war noch nicht in "Überform" (11 und 17), in der ersten Spielzeit war auch Michael Rummenigge noch mit an Bord (10), aber irgendwie fand ich, das die Leistung der Kobra in München nicht genügend wertgeschätzt wurde? Mit einer Meisterschaft und dem "Tor des Jahres 1988" im Gepäck ging es dann wieder zurück nach Dortmund, aber der Rest ist eigentlich schnell erzählt: 89/90=27/2, 90/91=18/6, die Schlange hatte irgendwie ihre Bissigkeit verloren. Danach folgten anderthalb Spielzeiten fast nur im Krankenstand (1/0 und 1/0), und im Winter der Saison 92/93 folgte der Wechsel in die 2.liga zum MSV Duisburg (7/2). 1993/94 schloss sich der Kreis bei Rot/Weiss Essen (5/0), und nach deren Abstieg ging er mit erst 30 Jahren noch für eine Spielzeit mit in die Regionalliga, aber hier fehlen mit leider die Zahlen, genau wie beim Kicker auch noch Mainz 05 (1.1.-30.6.96) in der Auflistung steht. Mein Fazit ist, das dieser Spieler eigentlich nicht genug gewürdigt wurde. Der Stern auf dem Dortmunder "Walk of Fame" ist mehr als verdient, und die Kobra nur mit dem Relegationsspiel oder der "steinschen Faust" zu definieren, erst recht! Es muss nicht jeder ein geitiger Überflieger sein, und auch mal einen Geistesblitz zu haben, da reichen natürliche Reflexe, und die hatte er ohne Zweifel jede Menge.