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21 Mar, 15:07
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21 Mar, 15:07
War Dynamo vor dem Anschlusstreffer noch verunsichert gewesen, wirken die Gäste jetzt geradezu verängstigt. "Als Jakubowski runter musste", womit Dresden seine Wechselmöglichkeiten früh ausgeschöpft hatte, "sind wir psychologisch auf der letzten Rille gelaufen", erklärt der damals angeschlagene Minge, bei dem gar nicht angedacht gewesen war, dass er ob seiner Zehenverletzung überhaupt durchspielt. Nun muss er. Die Mannschaft braucht ihn auch.

Mit 25 Jahren gehört Minge unter den Leistungsträgern der SGD fast schon zu den Routiniers, die in Wahrheit Dörner (35) und Reinhard Häfner (34) hießen. Die großen Hoffnungen einer heranwachsenden Dresdener Mannschaft, die für Minge erst 1989, mit dem UEFA-Cup-Halbfinale, den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit erreichen sollte, ruhen allerdings auf Spielern, die sich 1986 noch in ihrem Reifeprozess befinden. Kirsten und Stübner sind 20, Gütschow 23, Sammer erst 18. Ganz zu schweigen von Ramme, dem fußballerisch gerade erst die Nabelschnur herausgerissen wurde.

Der bemitleidenswerte Ersatzkeeper lässt inzwischen Dörner die Abschläge ausführen und atmet durch, als der für Raschid eingewechselte Dietmar Klinger aus neun Metern unbedrängt drüber schießt. Sonderlich effizient treten die Uerdinger nicht auf. Doch sie dürfen es so oft probieren, dass die reine Quantität der Abschlüsse die Qualität irgendwann fast hinfällig macht.

Schon fünf Minuten nach dem 2:3 ist Ramme erneut ziemlich machtlos, weil Hergets Freistoß "abgefälscht und verdeckt" in Minges Gesicht landet - und von dort im Dresdener Tor. 3:3. Während den Uerdingern, denen die erste womöglich auch gereicht hätte, die zweite Luft kommt, sackt Dynamo allmählich der Boden unter den Füßen weg. Obwohl Bayer wegen der Auswärtstorregel ja immer noch drei Tore fehlen.

Auf einmal aber wirkt es so, als scheinen die nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Die Entwicklungen in der Grotenburg muten unaufhaltsam an. "Dann ging das Kopfkino los", erinnert sich Minge, wie er - und wahrscheinlich nicht nur er - an das 0:5 in Wien dachte. "Natürlich werden die Beine schwerer. Solche Drehbücher können einen lähmen." Dresdener Kreisel mal anders.

Ab dieser Spielphase, die noch nicht beendet ist, findet eine Mannschaft, über die Schlagzeilen wie "Heute Weltmeister, morgen Kreismeister" (kicker) geschrieben werden, langsam, aber sicher nicht einmal mehr körperlich statt. Minge, Dörner, Stübner, Kirsten - gefangen in Körpern, die nicht mehr auf sie hören wollen.

"Es war ein Hauch von Resignation", sagt Minge ehrlich, "wir waren auch nicht stressresistent genug". Stress - viel besser konnte ein einzelnes Wort den Fußball von Feldkamps Uerdingern in diesen Jahren nicht beschreiben. Wie Getriebene stürmen die Hausherren über ihre Kampfbahn, die für Dresden längst schwieriger zu bespielen ist als der aufgeweichte Rasen zwei Wochen zuvor.

Die Gäste schießen den Ball nur noch weg, ihre Offensive existiert eigentlich gar nicht mehr, es ist ein Zeitspiel der verzweifelten Sorte. "Du hast gemerkt, die konnten nicht mehr. Körperlich und psychisch", weiß Friedhelm Funkel heute noch. "Wir haben ihnen gar keine Luft mehr zum Atmen gegeben und uns in einen Rausch gespielt, den ich in dieser Art nicht noch einmal erlebt habe." Gegensätzlicher geht es kaum.

Nur vier Minuten nach dem Ausgleich scheitert Ramme bei dem Versuch, gegen das Drehbuch anzugehen, kommt gegen Schäfer im falschen Moment aus seinem Kasten und verschuldet damit erstmals ein Tor. Uerdingens Stürmer, rechts in den Strafraum gestartet, hebt den Ball überlegt über Ramme hinweg - Schiedsrichter Nemeth zeigt schon wieder auf den Anstoßkreis.

In Anbetracht von Dörners akrobatischem Klärungsversuch ziemlich genau auf der Linie wäre es spannend zu wissen, ob die Kugel diese wirklich mit vollem Durchmesser überschritten hatte. Doch auch die Torlinientechnik ist 1986 noch weit entfernte Zukunftsmusik. Nach 66 Minuten führt Uerdingen mit 4:3. Da waren's nur noch zwei.
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21 Mar, 15:07
Zum ersten Mal blickt Friedhelm Funkel auf die Stadionuhr. Wie lange noch? Im Rausch der "Aggressivität und Emotionalität, die wir ausgestrahlt haben", glaubt er plötzlich an das Comeback. Bruder Wolfgang bestätigt diesen Moment. In der Grotenburg wird es lauter und lauter.

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Über das "Wunder von der Grotenburg" zwischen Bayer Uerdingen und Dynamo Dresden heute vor 40 Jahren am 19. März 1986 - ein Auszug aus meinem Buch "Die elf größten Spiele des deutschen Fußballs", erhältlich bei allen üblichen (Online-)Händlern.
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21 Mar, 09:08
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21 Mar, 09:07
Da dieser Spieler meiner Meinung nach hier im Historiker-Forum noch die ihm zweifellos zustehende Einzelwürdigung erfahren hat, werde ich das jetzt mal tun, und ich muss gestehen, beim "Studium" seiner Karriere habe ich auch noch eine Menge dazugelernt! Willi Neuberger wurde am 15. April 1946 in Röllfeld am Rande des Spessart geboren, und in seinem Heimatverein TuS Röllfeld auch "fussballsozialisiert". Auf Empfehlung von Sigi Held wechselte er 1966 zu Borussia Dortmund, nachdem er bei einem Probetraining bei Kickers Offenbach dort als "zu leicht (weil "unfertig"!!) befunden" wurde! Sofort Stammspieler beim BvB, in Zeiten, wo ja bekanntlich noch nicht ausgewechselt werden konnte, blieb der Aussenstürmer(!!) dort fünf Spielzeiten (148/29T.). In dieser Zeit machte er auch 1968 zwei Länderspiele, gegen Wales und Brasilien. Als Teil der Bremer "Millionenelf" erfolgte 1970 der Wechsel an die Weser zu Werder Bremen, da dieses "Projekt" aber irgendwie nicht aufging, erfolgte 1973 (63/11T) für 400.000 DM zu Wuppertaler SV, denn Bremen brauchte dringend Geld. Der Wechsel erfolgte also nicht aus "Leistungsgründen"! Nach 34 Spielen mit 4 Toren in einer ersten Saison erfolgte nach 8 Spielen(!!!)mit einem Tor, erfolgte der Folgesaison 1974/75 der Wechsel nach Frankfurt, Wuppertal stieg am Saisonende als Tabellenletzer in die 2. Liga ab, und Frankfurt wurde mit Willi, was übrigens der echte, und kein (!!!) Spitzname ist, DFD-Pokalsieger! Neuberger war auch hier über Jahre Stammspieler, nun aber als Aussenverteidiger. Am Ende seiner Karriere stand dann noch der Gewinn des Uefa-Cups 1980 und noch ein DFB-Pokalsieg 1981 in seinem Briefkopf. seine Karriere endetet 1983 nach 520 Bundesligaspielen und 61 Toren, un dfür 4 Jahre führte er die Liste der Rekordspieler der Bundesliga an, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wurde. Er war der erste Spieler, der die 500er Marke geknackt hat.

So, ist wieder mehr geworden, als ich vorhatte, und sind diesmal leider mehr Fakten als Herz, denn ich muss zugeben, das ich so richtig viel mit ihm damals nicht anfangen konnte, wie dumm von mir, wie dumm! Bei allen Usern, die bei mehr als 160 Zeichen überfordert sind, möchte ich mich hiermit ausdrücklich entschuldigen, ich werde mich etwas zurücknehmen, ist aber echt schwer, wobei sowas wie hier eben zu tippen sowas von leicht fällt, man muss es nur einfach rauslassen, und nun noch einen spezieller Gruß an einen ganz besonderen "Fan": "Ja, ich habe (zu)viel Zeit, es macht mir Spass, und ich tue es gerne, aber bestimmt nicht für Typen und Ignoranten wie Dich, geh einfach wieder Bilder schauen, oder schalt den Kika oder Super -RTL an, das übersteigt dann hoffentlich nicht Deinen Horizont!"--Entschuldigung, musste einfach mal raus!
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21 Mar, 09:03
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21 Mar, 09:03
Unter mangelndem Selbstvertrauen litt dieser Spieler nie, und als es mal nicht so lief wie erhofft, hieß es "Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu!". "Ich bin giftiger als die giftigste Schlange", besonders dieser Ausspruch machte Jürgen "Kobra" Wegmann unvergessen, aber es gibt besonders zwei Szenen, die ihn eigentlich in die "Unsterblichkeit" befördern sollten, eine Tatsache, die er bestimmt im seinem Inneren selber für sich beansprucht, und das wohl auch nicht ganz zu Unrecht, besonders aus der Sicht der BvB-Anhänger? Am 31. März1964 geboren in Essen-Borbeck, ab der C-Jugend bei Rot Weiss Essen aktiv, debütierte er 1981 in der 2. Liga für seinen Verein. Frank Mill war gerade Richtung Mönchengladbach gewechselt, Hort Hrubesch und "Manni" Burgsmüller waren schon lange nicht mehr da, das schienen also die idealen Fusstapfen für große Sprünge und viele Tore zu sein! Sein erstes Profitor machte der erst 17jährige bereits nach nur 3. Minuten gegen Fortuna Köln, einen Verein, von dem hier noch einmal die Rede sein wird. Am Ende der Saion 81/82 standen 10 Einsätze mit 4 Toren zu Buche, danach rappelte es aber schon 16mal in der Kiste. 83/84 waren es im Winter bei 19 Einsätzen bereits derer 12, worauf ein Wechsel in die Bundesliga zu Borussia Dortmund erfolgte (17/6). 20/5 1984/85 und 33/14, 85/86 lassen zwar niemand vor Erfurcht erstarren, aber am Ende der Spielzeit erfolgte der erste "Moment für die Ewigkeit". Dortmund war schlecht, Dortmund musste in die Relegation, und verlor das erste dieser Spiele mit 2:0, im Rückspiel in Dortmund stand es kurz vor Schluss 2:1 für die Gastgeber, wobei die Kölner 1:0 in Führung gegangen waren. Dann kam die Minute von Jürgen, der in der allerletzten Minute mit seinem Treffer ein Entscheidungsspiel möglich machte, das der BVB in Düsseldorf dann mit 8:0 (1 Wegmanntor durch Elfmeter!) gewann. Wo die Gelbschwarzen ohne Jürgen gelandet wäre, ist klar, aber wo sie heutzutage stehen würden, ohne diesen Treffer, das weiss niemand. Jürgen landete nach der Saison in Gelsenkirchen, ein Wechsel, der schon vor den Relegationsspielen feststand, was beweist, das er wohl nicht im Unfrieden aus Dortmund gegangen ist. 28 Spiele und Tore später, er war der beste (!!??) Torschütze der Schalker, erfolgte der Wechsel zum Meister Bayern München. Gleich in einem ersten Pflichtspieleinsatz folgte der zweite "Vorfall", der ihn unvergessen machte. Nach seinem Tor im Supercupfinale 1987 bekam er im Sitzen die Faust von HSV-Torwart Uli Stein im Gesicht zu spüren, was dessen Karriere bei den Hamburgern beendete, aber Eintracht Frankfurtüber Jahre zu eien überragenden Torhüter verhalf. Zweimal 13 Tore und eine Meisterschaft sind dort keine schlechte Ausbeute, auch Sturmpartner Roland Wohlfahrt war noch nicht in "Überform" (11 und 17), in der ersten Spielzeit war auch Michael Rummenigge noch mit an Bord (10), aber irgendwie fand ich, das die Leistung der Kobra in München nicht genügend wertgeschätzt wurde? Mit einer Meisterschaft und dem "Tor des Jahres 1988" im Gepäck ging es dann wieder zurück nach Dortmund, aber der Rest ist eigentlich schnell erzählt: 89/90=27/2, 90/91=18/6, die Schlange hatte irgendwie ihre Bissigkeit verloren. Danach folgten anderthalb Spielzeiten fast nur im Krankenstand (1/0 und 1/0), und im Winter der Saison 92/93 folgte der Wechsel in die 2.liga zum MSV Duisburg (7/2). 1993/94 schloss sich der Kreis bei Rot/Weiss Essen (5/0), und nach deren Abstieg ging er mit erst 30 Jahren noch für eine Spielzeit mit in die Regionalliga, aber hier fehlen mit leider die Zahlen, genau wie beim Kicker auch noch Mainz 05 (1.1.-30.6.96) in der Auflistung steht. Mein Fazit ist, das dieser Spieler eigentlich nicht genug gewürdigt wurde. Der Stern auf dem Dortmunder "Walk of Fame" ist mehr als verdient, und die Kobra nur mit dem Relegationsspiel oder der "steinschen Faust" zu definieren, erst recht! Es muss nicht jeder ein geitiger Überflieger sein, und auch mal einen Geistesblitz zu haben, da reichen natürliche Reflexe, und die hatte er ohne Zweifel jede Menge.
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21 Mar, 09:03
"Digga, zu viel Text!", wird jetzt bestimmt wieder jemand schreiben, und noch mehr denken, aber bei sowas werde ich giftiger als die giftigste Schlange und Antworte aus tiefster überzeugung: "Alter, das ist Kobra Wegmann, da ist das noch viel zu wenig Text!".
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13 Mar, 13:33
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13 Mar, 13:33
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13 Mar, 13:31
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09 Mar, 15:39
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